Aus der Reihe "Unverzichtbar" diesmal ein für mich unverzichtbar gewordener Helfer mit dem passenden Namen "Butler".

Butler, der übrigens bis irgendwo um die Version 4.1.8 noch Freeware war, gibt seine Fähigkeiten nur Preis, wenn man sich intensiv mit ihm beschäftigt. 

Beim ersten Start von Butler erscheint nichts weiter, als drei neue Icons in der Menüleiste, mit denen man für's Erste nichts anfangen kann (außer man braucht wirklich eine Google-Suche in der Menüleiste). Was kann Butler denn genau?

Ich reduziere Butler's Fähigkeiten mal auf folgende Funktionen:

  1. Icons in der Menüleiste, unter welchen man selbst zugewiesene Funktionen platziert

  2. Funktionen Hotkeys zuweisen. Diese Hotkeys funktionieren global, können aber auch nur auf bestimmte Programme beschränkt werden

  3. Speed-Launcher. Per Tastenkürzel erscheint ein Fenster, in dem ich die ersten Buchstaben eines Programmes, Dokumentes oder Musiktitels eintippe. Bei Drücken der Enter-Taste öffnen sich Programm oder Dokument, bzw. der Musiktitel wird in iTunes abgespielt. Kann zwar auch Spotlight, Butler war aber zuerst da und ist flexibler! ;-)

  4. Multi-Zwischenablage. Butler überwacht bei Bedarf die Zwischenablage und stellt gewünscht viele vorherige kopierte Texte/Bilder zur Verfügung

Die "Funktionen", die ich bei Punkt 1 und 2 angesprochen hatte, sind:

  1. Systemfunktionen, wie etwa Bildschirmschoner starten, Ton lauter machen, etc.

  2. Programmfunktionen, wie etwa in iTunes zum nächsten Titel zu springen

  3. Eigene Skripte (AppleScript)

  4. Text oder Tasten senden


Wie sieht's aus?

Alle Funktionen und Möglichkeiten kann ich hier nicht aufführen. 
Aber als kleine Anregung, was ich bei mir mit Hilfe von Butler in die Menüleiste gestellt habe:

         

Linkes Menü: Das Hauptmenü mit den 10 letzten Zwischenablagen, ein paar Skripten, die mit bei Auswahl den Inhalt der Zwischenablage transformieren (zum Beispiel Gänsefüßchen aus dem Text entfernen) und noch ein paar anderen Tools.

Das zweite Menü rechts beinhaltet VNC- und RemoteDesktop-Verbindungen zu verschiedenen Servern in der Firma. Hinter den Menüeinträgen befindet sich nichts anderes, als ein Skript-Aufruf an die Kommandozeilen-Programme vncviewer, bzw. rdesktop. Ich finde diese Möglichkeit um einiges einfacher, als einen separaten VNC- und RemoteDesktop-Viewer aufzurufen, bei denen sich dann irgendwo noch Bookmarks für die einzelnen Server anlegen lassen. So haben ich alles an einer Stelle in einem Menü und mit einem Klick bin ich verbunden.

Etwas versteckter befindet sich rechts neben meinem zweiten Menü noch ein Pfeil und ein Doppelpfeil. Der einfache Pfeil startet/pausiert iTunes, der zweite springt zum nächsten Track. Hiermit spart man sich jede andere Applikation, die iTunes über die Menüleiste steuern lässt, mehr Kontrollmöglichkeiten als nötig bereitstellt (Einen Titel zurück? Verwende ich nur recht selten) und dafür noch 10€ Sharewaregebühr verlangt.

Einen Blick hinter die Kulissen

Hat man einmal das Einstellungsfenster von Butler begriffen, weiß man, was man mit dem Tool alles abdecken kann. Die Menüeinträge sind wirklich 100%ig anpassbar, was Icon, Inhalt, Anzahl, Untermenüs, Beschriftung, Tastenkürzel und hinterlegte Aktionen betrifft.

Man kann wählen, ob die Menüeinträge links (gleich neben dem "Hilfe"-Menü) oder dort, man sie sonst erwartet, oder nirgends ("Hidden") zu finden sind.

Nirgends? Hier verstecke ich Aktionen, die ich nur per Tastenkürzel aufrufen will und die ich nirgends in der Menüleiste haben will.
Somit wird Butler zu einem mächtigen Tastenkürzel-Werkzeug.

Wie war das nochmals mit der Zwischenablage?

Multi-Zwischenablage – es geht nicht mehr ohne. Wie oft kopiert man sich wichtigen Text, den man irgendwo anders einfügen will, der dann aber auf einmal verschwunden ist, weil man zwischenzeitlich nochmals etwas anderes kopiert hatte?

Oder man will zwei Dinge irgendwoher kopieren und muss dazu immer zwischen den Programmen hin und her springen, wo man es her holt und wo man es hin kopieren will?

Mit Butler wird das einfacher. Ich habe zum Beispiel das "Smart Item" "Recent Pasteboards: Menu" in meinen Butler-Menüeintrag eingefügt und dieses Smart Item außerdem noch mit dem Tastenkürzel ctrl-wahl-V (analog zu Apfel-V) versehen. Es macht hierbei Sinn, nicht das Smart Item direkt in die oberste Menu-Hierarchie zu ziehen, sondern in einen Container zu legen, denn nur dem Container kann man ein Tastenkürzel geben – nicht dem Smart Item selbst.

Die Anzahl der gespeicherten Zwischenablagen kann man oben in der Fensterleiste unter "Preferences", Sektion "Pasteboard" seinen Bedürfnissen anpassen. Das war's dann eigentlich schon.

Will ich nun etwas einfügen, was ich nicht als letztes kopiert hatte, mache ich statt Apfel-V ctrl-wahl-V (auch gut mit einer Hand zu bewerkstelligen und diese Tastenkombination ist in sonst keinem anderen Programm vergeben), bekomme ein Aufklappmenü mit allen kopierten Objekten, aus dem ich mit Hilfe der Cursor- und Enter-Tasten auswähle, was ich einfügen will. Eine Sache von Sekundenbruchteilen.

Ergo

Butler hat schon einige Jahre auf dem Buckel und es war glaube ich 2009 oder 2010, als es hieß, dass demnächst ein "großes Update" mit vielen Neuerungen erscheinen sollte. Ist bis heute nicht passiert und mit dem Funktionsumfang der jetzigen Version kann ich sehr gut leben.

Butler ist übrigens ein Produkt aus deutscher Schmiede. Es muss 2010 gewesen sein, als sich der unvergessliche robg (Rob Griffiths) von macosXhints verabschiedete, um sich Peter Maurer's Softwareschmiede "Many Tricks" anzuschließen. Vielleicht kennt ihn ja der eine oder andere von euch.

Wenn es eine eierlegende Wollmilchsau gibt, dann ist es Butler in Kombination mit Skripten. Für was ihr ihn auch immer nutzt: Viel Spaß mit dem Butler!