Einige Leute reden immer vom "Wohnzimmer der Zukunft": Ein Fernseher mit Internetzugang, mit dem man nebenher im Internet weitere Informationen zum gerade-gesehenen abrufen kann oder neue E-Mails angezeigt bekommt, ein System, mit dem man von überall seine Musik hören und steuern kann und so weiter. Also bei mir läuft das mit meinem macMini schon seit Jahren, während ich auch jetzt noch bei Computermessen teure properitäre Lösungen sehe, die ich nicht bedienen müssen wollte, wenn ich bequem auf meiner Couch liege. Die Lösung war doch so einfach:

  • Ein macMini. Das Modell ist inzwischen schon betagter, aber immerhin ein CoreDuo. Reicht aber voll aus.
  • Funktastatur und -maus -trackpad auf dem Couchtisch
  • 40" (oder größer) LCD-Bildschirm mit DVI-Eingang (oder HDMI)
    Update: Dieser Artikel ist schon etwas älter. Als ich mir das alles damals zusammengestellt hatte, gab es HD noch garnicht. Mein Bildschirm hat eine Auflösung von 1024x768 Pixel. HD-Enthousiasten werden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen...aber ich hoffe, dass der Bildschirm noch einige Jahre durchhalten wird, denn bei diesen Auflösung kann man noch prima von der Couch aus alles auf dem Bildschirm entziffern
  • DolbySurround-Anlage mit optischem Digitaleingang
  • Diverse AirportExpress-Basisstationen mit angeschlossenen Lautsprechern oder WLAN-Lautsprecher wie etwa als Beispiel der Philips Fidelio

Man kann nun darüber streiten, ob ein immer-eingeschalteter Mac gut für die Stromrechnung ist, aber ich kann mit den Stromkosten gut leben, da der macMini größtenteils stromsparende Laptopkomponenten einsetzt.

Musik überall

Dank iTunes und den Airport-Express-Basisstationen kann man seine Musik in jedem gewünschten Raum hören – dafür setze ich passive Lautsprecher ein, die zwar keinen so guten Klang haben, dafür aber keine extra Stromzufuhr benötigen (dadurch spare ich es mir, die Lautsprecher erstmal einschalten zu müssen, bevor ich in dem Raum Musik hören kann). Dank der Software Airfoil kann man übrigens auch das Signal jedes anderen Programmes auf die Airtunes-Lautsprecher lenken.

Dank Retune kann man die iTunes-Musik auch von überall im Haus von seinem Android-Gerät aus steuern.

Fernsehen muss zwar nicht sein, aber wenn's denn sein muss...

Beim Fernsehen setze ich auf Elgato und eyeTV (für DVB-C+T oder DVB-S). Elagto bietet für jeden Gebrauch die richtige Hardware – meist in Form eines kleinen USB-Sticks, den man zwischen Fernsehdose/Antenne und den USB-Anschluss des Macs steckt. Hier gibt Elgato Tipps, welcher Tuner der richtige sein könnte. Ich setzte früher auf das Modell mit Analog-/DVB-T/DVB-C-Tuner für Kabelanschluss analog sowieso digital (inzwischen nutze ich keinen Fernsehanschluss mehr...kommt eh nur Mist!).

Die mitgelieferte Software ist einfach zu bedienen, bietet inzwischen viele nützliche Features wie Fernprogrammierung, automatischer Export von Aufnahmen auf's iPhone oder gar von überall mit seinem iPhone auf eyeTV zugreifen, um live-Programm zu sehen oder auf Aufnahmen zuzugreifen.

DVD

Kauft man sich nicht gerade einen neuen macMini ohne DVD-Laufwerk, muss man über den DVD-Genuss nicht viel Worte verlieren, schiebt sie einfach in's Laufwerk und startet den DVD Player... ;-)

Surfen

Surfen am Mac? Auch dazu muss man denke ich nicht viel sagen. Auch während ein Fernsehprogramm oder eine DVD läuft: Via Apfel-Tab ist man sofort im Internet und navigiert bequem mit Tastatur und Maus.

E-Mail

Mail, Entourage/Outlook, Thunderbird, etc... die E-Mail-Clientauswahl ist nicht gerade mickrig. Bei einer Standard-Schriftgröße von 12px kann das Lesen von E-Mails schon recht schwierig werden, wenn der Bildschirm an der anderen Seite des Wohnzimmers hängt, doch ctrl-Mausscroll-sei-dank ist die E-Mail schnell auf Lesbarkeitsniveau vergrößert.

Zum Glück waren hochauflösende Bildschirme bei meiner Anschaffung damals noch nicht so billig wie heute, so habe ich ein nicht-full-HD-Modell mit ca. 1200x750 Pixeln Auflösung: Hier kann man bei 2m Abstand noch allen Text gut lesen. Bei modernen Bildschirmen mit full-HD-Auflösung sollte man aber doch die Schriftgröße hochsetzen oder mit einem ctrl-Mausscroll die Bildschirmausschnitt vergrößern. Dank kleinen Helfern wie Growl, Mail.appetizer oder Herald wird man auch während des Filmgenusses dezent auf neue E-Mails hingewiesen (die letzten beiden sind explizit für den Einsatz zusammen mit Apple's Mail).

Der gute Ton

Jeder Mac hat standardmäßig einen optischen Tonausgang. Ein passendes Glasfaserkabel sorgt für den richtigen 5.1-Surround-Sound bei DVD- und DVB-Genuss.

Das Telefon auch?

Aber klar doch. BluePhone Elite kann sich via BlueTooth mit vielen Mobiltelefonen verbinden, signalisiert auf dem Mac einkommende Anrufe oder lässt den Mac die Verbindung herstellen. Update: Zugegebenermaßen etwas veraltet...das hatte ich damals noch für mein Nokia-Telefon verwendet

Hat man eine Fritz!Box als Router im Einsatz (was ich sehr empfehle), die auch den Telefonverkehr regelt, so gibt es als Beispiel mit Frizzix einen Helfer, der auch hier bequem vom Mac aus den Telefonverkehr im Festnetzbereich steuern kann. In der Kategorie "DigitalHub" habe ich noch weitere Helferlein und Tipps zum "Mac im Wohnzimmer", die möglicherweise einen Blick wert sind.